Attention Economy – oder die Kunst, fremder Leute Aufmerksamkeit zu nutzen

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[Stets zu Beginn: Was hat ein Unternehmensblog mit Unternehmensstrategie zu tun?]

Als Spezialist für Strategieberatung ist das die Frage, die wir für Sie beantworten müssen und wollen. Es geht bei einer Strategie stets um die Ziele von Unternehmen – denn ohne Ziel gibt es keinen planbaren Weg. Die erste Frage lautet deshalb immer: Warum habe ich als Unternehmer überhaupt welche bestimmten Ziele? Hinzu kommt die ergänzende Frage, wie Sie als Unternehmen diese Ziele definieren und erreichen können? Je nach Unternehmensziel kann der Weg zu diesem Ziel völlig anders aussehen. Im letzten Schritt stellt sich die Frage, wie ein Unternehmen die strategisch notwendigen Schritte zum Ziel möglichst ressourceneffizient meistern kann?

Das bedeutet konkret: 1. Zur Planung brauchen Sie unternehmerische Ziele. 2. Zur Erreichung dieser Ziele brauchen Sie eine bestmögliche Strategie.3. Zur Realisierung dieser Strategie brauchen Sie passende Einzelmaßnahmen. 

Ein ressourceneffizientes Mittel, ein gangbarer Weg zur Erreichung bestimmter Ziele kann bspw. ein gut gemachter Unternehmensblog sein – und deshalb widmen wir diesem Weg exemplarisch eine gesamte Artikelserie in unserem Blog. Lassen Sie sich zum Nachdenken anregen, loben Sie, geben Sie gerne Widerspruch! Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

 

Was Sie bisher verpasst haben

In unserem letzten Blogeintrag haben wir für Sie in aller Kürze zusammengetragen, wie und vor allem warum Sie einen Unternehmensblog als wichtigen, vielleicht sogar den wichtigsten Bestandteil Ihrer Unternehmenskommunikation betrachten sollten. Gerne möchten wir darauf aber noch einmal ausführlicher eingehen, denn wie Sie bei Lektüre gemerkt haben, sind viele Ausführungen stark gerafft oder auch durchaus diskussionswürdig. Deshalb klären wir an dieser Stelle die Ausgangslage der Attention Economy, der Ökonomie der Aufmerksamkeit und stellen Ihnen die wichtigsten Informationen dazu bereit. Sie lesen in diesem Blogbeitrag also Antworten auf die folgenden Fragen:

  • Was ist die Attention Economy, was zeichnet sie aus?
  • Wie nutze ich die Ökonomie der Aufmerksamkeit für mein Unternehmens?
  • In welchem Verhältnis steht ein Unternehmensblog zur Attention Economy?

 

Was ist die Attention Economy? Wie wird Aufmerksamkeit zu Umsatz?

Die Ökonomie der Aufmerksamkeit ist eigentlich ein Konzept, das Ende der 1990er-Jahre im akademischen Rahmen von Georg Franck entwickelt wurde. Als deren Ausgangspunkt dient die einleuchtende These, dass menschliche Aufmerksamkeit eine begrenzte Ressource ist. Jeder Mensch verfügt zwar über diese Ressource, aber sie ist nicht beliebig einsetzbar. Dies leuchtet ebenso unmittelbar ein: Sie schenken der Lektüre dieses Texts Aufmerksamkeit, können diese aber anschließend nicht mehr anders verwerten. Sie würden den Blogbeitrag ebenso wenig lesen, wenn Sie andere – vermeintlich wichtigere Dinge – zu tun hätten, bspw. Dinge, die Ihnen Ihr Vorgesetzter aufgetragen hat. Außerdem verfügt jeder Mensch über ein unterschiedliches Quantum an Aufmerksamkeit, sowohl für Allgemeines als auch Spezielles. Diese Beobachtung können Sie ebenso in tagtäglich in Ihrem Unternehmen machen… Bis zu diesem Punkt könnte man somit grob vereinfachend den Begriff Aufmerksamkeit noch mit dem Begriff Zeit gleichsetzen.

Das greift im Rahmen der Attention Economy allerdings entschieden zu kurz: Aufmerksamkeit ist nicht einfach investierte Zeit, sondern eine Form des Kapitals. Kapital kann investiert werden und Erträge erwirtschaften. Aufmerksamkeit als eine bestimmte Form des Kapitals kann am Markt in andere Formen von Kapital, auch Geld, konvertiert werden. Dies funktioniert in bestimmten Teilmärkten entweder besser oder schlechter. Die aktuelle Beschaffenheit von Märkten und Volkswirtschaften, die vom Handel mit bestimmten Waren, Gütern und Produkten – allen voran Dienstleistungen – dominiert werdend, stellen jedoch ein günstiges Umfeld für die Konvertierung von Aufmerksamkeit in Geld dar. In anderen Worten: Aufmerksamkeit hat derzeit einen guten Wechselkurs. Das Bewusstsein für die Wirkmechanismen der Attention Economy hilft Ihnen ganz konkret dabei, an diesem Geschäft erfolgreich teilzuhaben.

 

Wie nutze ich die Ökonomie der Aufmerksamkeit für mein Unternehmen bestmöglich?

Diese Attention Economy hat zwei Perspektiven, die im Folgenden beleuchtet werden sollen; zum einen die Unternehmens- und zum anderen die Kundenperspektive. Beide Seiten blicken auf die Ressource Aufmerksamkeit, aber sie nutzen sie mit Hinblick auf die Ergebnisse einer Konvertierung völlig unterschiedlich. Sie als Unternehmer möchten die Kapitalsorte Aufmerksamkeit konvertieren in – let‘s face it – Geld, d. h. Umsatz und Gewinn. Ihr Kunde möchte seine Aufmerksamkeit auch konvertieren: aber in was eigentlich?

Klar ist dazu folgendes: Sie als Unternehmer können nicht wollen, dass der Kunde für seine Aufmerksamkeit ebenfalls Geld, vielleicht sogar von Ihnen(!), bekommt. Schließlich verkaufen Sie als Unternehmen Produkte, und diese Produkte haben Preise. Aufmerksamkeit hingegen ist kein typisches Produkt, keine Leistung und entsprechend schwierig ist die Preisbildung. Im Grunde genommen wollen Sie vom Kunden sogar das genaue Gegenteil: Sie wollen, dass der Kunde für seine bereits gezahlte Aufmerksamkeit auch noch Geld bezahlt – nämlich für Ihre Produkte, über deren Sinn und Wert er sich nur über eine Investition von Aufmerksamkeit hat informieren können!

Wie erreichen Sie aber dieses Verhalten, dass die meisten Kunden natürlicherweise nicht an den Tag legen? Das erreichen Sie nur, wenn Sie dem Kunden einen entsprechenden Nutzen anbieten, den der Kunde wiederum für sich in Geld konvertieren kann. Diese Möglichkeit bietet Ihnen der „Verkauf“ von nützlichen Informationen an den Kunden. Und damit sind wir wiederum bei der Aufgabe und der Gestaltung Ihres Unternehmensblogs angelangt.

 

In welchem Verhältnis steht ein Unternehmensblog zur Attention Economy?

Auf den Punkt gebracht bedeutet das, dass Ihr Unternehmensblog nicht nur der Dreh- und Angelpunkt für die Inhalte Ihrer Unternehmenskommunikation darstellt, d. h. von ihm ausgehend die anderen Kanäle und Plattformen bespielt werden. Er ist mindestens genauso sehr ein Ort für die Konvertierung von Kapital – Aufmerksamkeit in Geld für Sie – und außerdem noch ein Raum für die Konvertierung von Aufmerksamkeit in Nutzen für den Kunden.

Das ist jedenfalls das Potenzial eines Unternehmensblogs. Wenn Sie aufgrund der Ausführungen ernsthaft erwägen, einen Unternehmensblog einzurichten und zu pflegen, dann sollte es Ihr Anspruch als verantwortungsbewusster und zukunftsorientierter Entscheider sein, das gegebene Potenzial auch vollends auszuschöpfen. Die Herausforderungen, die sich aus der Attention Economy ergeben sind vielfältig, sollten gewissenhaft geprüft und deren Folgen entsprechend berücksichtigt werden. Denn gerade wenn ein Unternehmensblog so viel Potenzial hat kann auch entsprechend viel schiefgehen, die Fallhöhe bei unprofessioneller Umsetzung ist enorm.

Nichtsdestoweniger ist ein Blog – konsequent zu Ende gedacht im Rahmen der Attention Economy – einerseits ein Multiplikator für Ihre Inhalte, andererseits ein Trichter für Ihre Kunden. Mit einem gelungenen und gut auffindbaren Blog als primärem Kommunikationskanal nutzen Sie auf der einen Seite die Chancen der Attention Economy, auf der anderen Seite minimieren Sie die Reibungsverluste in Ihrer (Kunden-)Kommunikationsstrategie. Lassen Sie dieses Potenzial nicht ungenutzt!

Dass es dabei auch Probleme geben kann ist völlig klar. Aber dafür sind wir bei Notum Analytica da, wir planen mit Ihnen und setzen mit Ihnen und für Sie Ihre Ideen um. Gerne beleuchten wir aber die größten Fallstricke bereits im nächsten Blogeintrag!

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